Demokratie und die Kunst der Beteiligung


Nach fünf Jahren Wiener Lichtblicke, die bereits Lichtkunst mit demokratischen Jahresthemen erfolgreich im öffentlichen Raum verknüpft haben, widmen sich die Licht&Schatten-Blicke 2025 jener brisanten Kernfrage der Demokratie, die auch für die Kunst immer relevanter wird, hier jedoch polarisiert: die Frage nach Teilhabe.
Die Demokratie lebt davon, dass ihre Bürger:innen aktiv an den politischen Prozessen mitwirken und auch Einfluss nehmen sollen. Im Feld der Kunst zeigt sich jedoch eine weit komplexere Dynamik: Kunst gründet auf Exzellenz und künstlerischer Autonomie. Von der Kritik wird speziell die visuelle Kunst oft dann weniger geschätzt, ja sogar belächelt, wenn sie ihre Prozesse für Teilhabe und damit für breite Mitwirkung und Einflüsse öffnet.
Die Licht&Schatten-Blicke 2025 wollen der ambivalenten Frage nach Teilhabe durch ein Format nachgehen, das performative Lichtkunst im öffentlichen Raum mit Demokratieforschung neu verbindet. Licht&Schatten-Touren laden zur Mitwirkung an künstlerischen Prozessen und zur kollektiven Erfahrung von Selbstwirksamkeit ein. Die begleitende Beteiligungsforschung fragt nach der Haltung zur Kunst im öffentlichen Raum und ergründet das Bewusstsein für Teilhabe als dynamischen Prozess in Kunst und Demokratie.
Professionell geführte Licht&Schatten-Touren laden die Teilnehmenden dazu ein, zeitgeschichtliche Orte in Wiener Bezirken neu zu entdecken und sie in temporäre Lichtkunstwerke zu verwandeln. Die begleitende Befragung ergründet die Haltung zu Kunst im öffentlichen Raum und das Bewusstsein für Teilhabe in Kunst und Demokratie.
Die Vienna Guides führen Touren mit Schwerpunktthema Besatzungszeit und den Staatsjubiläen 1945, 1955, 1995 zu historischen Orten und erschließen ihre Narrative. So wird selbst die vertraute Nachbarschaft für die Teilnehmenden neu lesbar. Mit diesem Hintergrund und angeleitet vom professionellen, technischen Team der Wiener Lichtblicke verwandeln sie nun die öffentlichen Räume in temporäre Lichtkunstwerke. Als Material stehen analoge, energie-autarke Projektoren und sogenannte Diachrome zur Verfügung. Das sind Filtergläser mit Lichtgrafiken internationaler Künstler:innen. Die Teilnehmenden wählen die Motive aus, bedienen die Projektoren, beobachten, fotografieren und werden Teil der performativen Lichtkunst. Im Rahmen der Touren werden Befragungen durchgeführt und später wissenschaftlich ausgewertet und präsentiert.
