Deborah Sengl

Deborah Sengl wurde 1974 in Wien geboren, wo sie lebt und arbeitet. Sie studierte ab 1992 an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Sie schloss 1997 in der Meisterklasse von Christian Ludwig Attersee mit einem Diplom ab. Seit 1995 stellt sie im In- und Ausland aus und ist in zahlreichen renommierten Sammlungen vertreten. Ihre künstlerische Arbeit wird ergänzt durch Bühnen-, Kostümdesign und Illustrationsprojekte.
Ihre Mischwesen aus verschiedenen Tieren oder Tier und Mensch sind als Metapher für menschliches Verhalten und zwischenmenschliche Beziehungen zu lesen. Mit ihnen stellt sie Fragen nach Identität, Rollenverständnissen und thematisiert Abhängigkeits- und Machtverhältnisse.
Give Pigeons a Chance



Für die Wiener Lichtblicke lässt Deborah Sengl zwei Tauben fliegen, die je ein halbes Peace-Zeichen tragen. Sie stehen für den gemeinsamen Wunsch nach Frieden und beziehen sich auf den Song »Give Peace a Chance«. Er wurde 1969 von John Lennon, Yoko Ono und Gästen in einem Hotelzimmer aufgenommen und ist seitdem eines der populärsten Lieder bei Friedenskampagnen. Deborah Sengls Lichtgrafiken machen deutlich, dass zum Fireden immer zwei gehören. Sie müssen sich suchen, finden und zusammenspannen. Kompromiß und Kooperation sind Schlüssel hierfür. Werden sich die beiden Tauben treffen?
»Eine Annäherung ist in Sicht. Lasst und alle daran arbeiten.
Es ist höchste Zeit!«
(Deborah Sengl)


ZebraTigerin


Die ZebraTigerin hat ihren Ursprung in einer von Deborah Sengls wichtigsten Skulpturen aus der Serie „Ertarnung“ mit dem Titel „Die Löwin – als Räuber – ertarnt sich ihre begehrte Beute“, 2004. „Durch Deborah Sengls Zusammenführung von Mensch und Tier, dem Spiel mit Täter- und Opferrolle wird aber vor allem eines sichtbar gemacht: Der Bruch, der das Innere des Menschen durchzieht. Die Löwin, die sich im Zebrafell ihre begehrte Beute, der Langläufer, der sich mit Bärenkopf seine gefürchteten Verfolger, die Frau, die sich mit ihrer Logohaut den Luxus ertarnt, sind in erster Linie identitäts- bzw. sprachverwirrte Kreaturen.“ (Sara Heigl)

„Deborah Sengl liebt Tiere, weil sie in ihrer Art so fertig seien, wie sie sagt. Aber sie führt sie nicht vor, sondern bedient sich ihrer, um den Menschen und dessen Seinsheiten bis zur Kenntlichkeit zu entstellen. (…) Könnte ich Deborah Sengl in ihrer Stilistik zeichnen, käme vermutlich eine Montage aus Kampfhund und Libelle heraus. Ersteres, weil sie Ungerechtigkeiten aller Art mit maximaler Wut entgegentritt, Zweiteres, weil sie eine sensible Seele ist, die dann und wann von aller Erdschwere befreit und umherschwirrt und mit ungeheurer Feinfühligkeit die Ausformungen des Universums wahr- und aufnimmt.“ (aus Frido Hütters „Und sie redete mit den Tieren“)
Photo Credits: NIPAS / Helmut Prochart / Bildrecht
